T-Systems: Nur die Telekomiker werden zu T-Service
Michael Kahr, Prokurist von T-Systems Multimedia Solutions, weist alle Gerüchte über eine Auslagerung sämtlicher T-Systems-Mitarbeiter weit von sich: "Das betrifft wohl nur die Leute, die die T-Com-Netze betreuen".
Kahr hat gut Lachen: Seine Abteilung - oder genauer gesagt Tochterfirma - des großen magentafarbenen Service-Konzerns verdoppelt fast jährlich seine Umsätze und Gewinne. Woran es liegt? Die T-Systems MMS produziert Web-Dienste: eCommerce mit neuen Ajax-Techniken soll die Shopper nicht durch endlose Seiten und Menüs führen wie bei herkömmlichen Web-Shops. Und IP-TV, ein Markt, in dem man "eigentlich zu früh dran war", hebt ab - nahezu alle Fernsehsender haben schon angefragt.
Mit der Internet-Fernsehtechnik bedient man schon Premiere und andere Sender, um beispielsweise Sport-Events zu übertragen. Als Beispiel nannte Kahr das "Gewichtheben der Frauen in Helsinki". Das wüde kein Sender ins Fernsehprogramm nehmen, sehr wohl aber auf seine Webseiten. Das IP-Fernsehen wolle man auch in die Web2-Welt bringen und zu jedem Film Previews anbieten und sie mit "Tag Clouds" versehen. Den redaktionellen Service dazu bietet man den Fernsehsendern als Bonbon zu den Film-Hosting-Techniken an.
Der nach eigenen Angaben "österrechisch-bayerische Sachse" fühlt sich wohl in Jena, wo in Ruhe an neuesten Internet-Techniken gearbeitet wird. Die herkömmlichen Telekom-Netze interessieren ihn nicht: "Die Zukunft liegt im Internet" (mk)